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Im Maßstab europäischer Geschichte
ist es noch gar nicht so lange her, daß die Folter oder "Tortur" ihren Platz
im System der Rechtsfindung verloren hat. Seit der Aufklärung, etwa seit der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts also, verschwindet die Folter aus den
europäischen Strafgesetzbüchern - nur um in unserem Jahrhundert wieder "grausige
Urständ"' zu feiern.
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Gäbe es hier nicht den erschreckenden Bezug zu dokumentierten
Wirklichkeiten einer barbarischen Renaissance, wäre die Folterausstellung
auf Burg Sommeregg in Seeboden am Kärntner Millstätter See trotzdem eine kunstvoll
gestaltete Bühne für eine Reise durch einige tausend Jahre menschlichen Rechtsverständnisses
und menschlicher Grausamkeit.
| Von April bis November werden den (bisher 150.000) Besuchern des 750 Jahre alten
Gemäuers auf über 240 m2 fachkundig recherchierte Dioramen zur Geschichte
der Folter (von bildhaften Szenen aus Antike, Mittelalter und Frühneuzeit
bis zu fast unauffälligen Schwarzweißfotografien von Amnesty International)
zugänglich gemacht. 70 Beispiele von Folter-, Bestrafungs- und Hinrichtungsgeräten
werden in einem völlig neuen Rahmen gezeigt. |
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Dreißig lebensgroße Puppen in realistisch
nachgestellten Bildern, umgeben von dramatischen Licht- und Geräuscheffekten,
dies sind die Ergebnisse der sachkundigen Arbeit von Mag. H. Libowitzky, Ausstattungsleiter
der Vereinigten Bühnen, Wien ("Elisabeth", "Das Phantom der Oper"). Mit einem
Team von Bildhauern, Licht- und Tontechnikern sowie Kostümbildnern gestaltete
er ein Wechselbad der Gefühle, eine Geisterbahn menschlicher Rechts- und Unrechtskultur.
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Wenn im Rittersaal ein Dorfplatz mit
Scheiterhaufen und Hexenverbrennung nachgebaut ist; wenn man im frühneuzeitlichen
Gerichtssaal dem Urteil "Seiner Ehren" lauschen kann; wenn Rad und glühendes
Eisen in die Zeit des Mittelalters zurückversetzen; wenn die ai-Sonderausstellung
"Die Folter der Gegenwart" die Aktualität der Bestialität beweisen... dann
wird sowohl schauriges Gruseln erzeugt als auch ein Bezug zur Gegenwart hergestellt,
der dem Begriff "Erlebnisausstellung" völlig neue Inhalte verleiht. |
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Für alle, deren Herz fürs Fischen schlägt und die sich für das Leben am und im Wasser des Millstätter Sees interessieren, ist das
Fischereimuseum in Seeboden ein absolutes Muß. Das Mußeum im alten Fischerhaus aus dem 17. Jhdt., direkt am See gelegen, stellt Themen
wie "Erwerbs- und Sportfischerei", "Fischzucht", "Seeschiffahrt", "Wassersport" und "Tourismus" vor.
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Sehenswert ist das Museum besonders wegen des 7000 Liter Millstätter See - Aquariums, vor dem man den Fischen der regionalen Seen durchs Glas
tief in die Augen schauen kann. Geöffnet von 1. Juni bis 30. September täglich von 10:30 bis 18:30 Uhr.


im
Schloß Porcia Spittal/Drau
Bäuerliche Volkskunde Oberkärntens
Das
Museum für Volkskultur Spittal/Drau, gegründet 1958, und in den Jahren 1991
bis 1993 komplett neu gestaltet, zeigt auf zwei Geschoßen des Renaissance
Schlosses Porcia eine der umfangreichsten Dokumentationen zu Leben und Arbeit
des Bergbauern. Bauernstuben, Rauchkuchl, Alm- und Brechelhütte zeugen vom
kargen und bescheidenen Leben der Oberkärntner Bauern in früheren Jahrhunderten.
Arbeitsgeräte, hölzerne Maschinen und vormaschinelle Technik belegen die harte
Arbeit und den Erfindergeist unserer Großväter und Urgroßväter.
Bergbau
und Handwerk
Neben der Landwirtschaft bildeten durch Jahrhunderte
Bergbau und Handwerk die wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen Oberkärntens.
Das Museum zeigt deshalb Gerätschaften und Dokumentationen zu Arsen-, Goldund
Granatbergbau ebenso wie das Glasbläser-, Faßbinder- und Töpferhandwerk, um
nur einige zu nennen.
Die alte Schule
Einen wesentlichen Bestandteil der Sammlungen
des Museums für Volkskultur bildet die schulgeschichtliche Abteilung, die
in drei Räumen sowohl die Entwicklung der Pädagogik allgemein als auch vor
allem den Wandel der Unterrichtsmethoden und -behelfe (vom Schulwandbild zum
Filmprojektor) und eine komplett eingerichtete Schulklasse des vorigen Jahrhunderts
beinhaltet.
Wintersport und
Bergsteigen
Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte
im Oberkärntner Raum der Tourismus ein. Seine Anfänge und seine Entwicklung
vor allem in den Bereichen Wintersport und Bergsteigen sind im Museum ebenfalls
umfangreich dokumentiert.
Das Fürstenzimmer
Das Fürstenzimmer In starkem Kontrast zur schlichten
Formschönheit der bäuerlichen Einrichtungsgegenstände steht der Prunk der
Fürsten und Herrscher. Das Fürstenzimmer des Museums für Volkskultur beherbergt
die einzig erhalten gebliebenen Prunkmöbel der ehemaligen Ausstattung des
Schlosses Porcia und gibt so einen Eindruck vom Leben der Fürsten im 17. und
18. Jahrhundert.
Informationen und Angebote des Museums für Volkskultur Spittal/Drau
Öffnungszeiten:
- 15. Mai bis 31. Oktober: täglich 9.00 bis
18.00 Uhr
- 1. November bis 14. Mai: Mo-Do 13.00 bis
16.00 Uhr.
Führungen für Gruppen gegen Voranmeldung ganzjährig
möglich.
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